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Irgendwie scheine ich überhaupt nicht zu den Durchschnittsmüttern zu gehören. Ich meine, wenn ich den Satz grade nochmal lese, bin ich eigentlich froh darüber! Wer will schon Durchschnitt sein. Aber ich meine nicht Durchschnitt im Sinne von zwischen besonders gut und besonders schlecht, sondern ich meine, dass ich irgendwie so ganz und gar nicht wie die meisten anderen Mütter bin.

Folgendes: Ich trinke Kaffee. Nicht in Unmengen, aber meistens eine Tasse pro Tag und das während Schwangerschaft und Stillzeit (Es steht verdammt noch mal auch überall, dass das absolut kein Problem darstelle, also warum zum Teufel lese ich in jedem zweiten Text einer Schwangeren oder Stillenden was von koffeinfrei???). Da sind wir gleich beim nächsten Thema: Ich stille immer noch. Weil das Baby es so will und ich nichts (wirkungsvolles) dagegen habe. Nur die baldige Arbeit wird mich davon abhalten weiterzustillen.

Nächster Punkt: Ich habe kein Problem damit, mein Kind „abzugeben“. Nicht an jemand x-beliebigen, nein, lebensmüde bin ich nicht. Aber an Menschen, die mein Vertrauen haben. Und ich bin saufroh darüber, dass ich das tun kann, denn selbst diese Momente allein mit mir oder einer ausgewählten Person sind mir noch zu selten. Aber ich kann mein Kind trotzdem lieben, ich finde mich nicht egoistisch!

Weiter: Ich rede nicht den ganzen Tag über Windeln, Zähne, Brei etc. Klar fallen die Wörter oft, besonders in Gegenwart des Vaters, aber ich hoffe doch, dass es nicht den ganzen Tag ist. Und ich suche nicht extra nach Müttern, damit ich über diese Themen reden kann!

Ich (wie war das nochmal, man soll nicht jeden Satz mit Ich beginnen?? Scheiß drauf. Man soll, man soll nicht, wer ist eigentlich „man“?) habe keinen Babykurs besucht, keine einzigen. Ich war bei der Geburtsvorbereitung und bei der Rückbildung und das wars. Inzwischen bin ich richtig froh darüber, dass wir für sowas kein Geld haben (ausgeben wollen).

Ich liebe mein Kind nicht mehr als seinen Vater. Aber trotzdem unendlich stark.

Ich sehne mich irgendwie so gar kein bisschen danach, ständig neue Mütter kennenzulernen, nur um mir dann anzuhören, was ihr Gör schon alles kann und tut und was man als Mutter tun oder lassen sollte. Kein Bock drauf. Ich komme prima mit meinen Vorschwangerschaftsfreunden- und bekannten klar, ob sie Kinder haben oder nicht! Das ist sowieso so ein komisches Phänomen: Seit ich mit Kinderwagen in der Weltgeschichte unterwegs bin, begegnen mir regelmäßig wildfremde Frauen die scheinbar verzweifelt Anschluss suchen und einen auf der Straße anquatschen, wie alt und welchen Geschlechts denn das Kind sei, man sich ja jetzt bestimmt öfter sehe und blabla. Von Beginn des Gesprächs an übrigens geduzt. Nicht dass ich es so schlimm finde, geduzt zu werden, aber es ist als ob man plötzlich einem geheimen Zirkel angehören würde. Dem Babyzirkel. Ich will sowas nicht! Ich bin eine ganz normale Frau, die sich immer noch an den Gedanken gewöhnen muss, sich selbst Frau zu nennen, so komisch das klingt… Eine Frau zwar mit Kind, aber ebenso mit Partner, mit Hobbys, mit Interessen, mit bereits bestehendem sozialen Umfeld, mit Job. Die nach einem Jahr wieder arbeiten geht, nicht wegen der Karriere, sondern weil das Geld sonst nicht langt (Vollzeithausfrau wär auch absolut nix für mich, das wusste ich schon immer!). Die in ihrer gesamten Elternzeit wahrscheinlich mehr Bücher gelesen hat als die letzten zwei Jahre vorher zusammen. Ja, das geht, zum Beispiel abends.

Und mein Kind ist übrigens wunderprima, was ich unter anderem auch darauf schiebe, dass es keinen blöden Förderkurs besucht hat. Wenn ich demnächst mal Lust haben sollte, ein Buch über das Thema Kindererziehung zu lesen, werde ich das hier lesen (übrigens eine Empfehlung von Jarg, vielen Dank nochmal!), denn es wird mich darin bestätigen, dass ich alles richtig mache. Sowas braucht man heutzutage, denn Eltern wie wir sind traurigerweise in der Minderheit, glaube ich…

Ach, und falls ihrs euch nicht schon gedacht habt: Ich kaufe meinem Kind auch Klamotten aus der Kinderklamottengeschlechtsfarbecke (schlimm genug, dass es sowas überhaupt gibt), der es NICHT angehört. Und ich spüle den Schnuller äußerst selten ab.

Danke fürs Zulesen!

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