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Der weibliche Schatz.Wenn  man ein Kind bekommt, beginnt man automatisch darüber nachzudenken, wie man dieses denn „erziehen“ möchte, also zum Beispiel, welche Werte man ihm näherbringen will und wie man dafür sorgen kann, dass es möglichst gut in der Welt und mit sich selbst zurecht kommt. Wenn man dann noch begonnen hat, sich mit der Blogwelt auseinanderzusetzen, bekommt man ziemlich viele Denkanstöße, muss ich sagen… Ich habe letztens ja mal dieses Buch hier empfohlen. Dort befinden sich wiederum einige Buchtipps oder auch Internetadressen zum Sich-weiter-informieren. So habe ich also die letzten Wochen damit verbracht, im Internet zu den Themen „Sexualität“, „Körperbewusstsein“ und auch „Feminismus“ rumzusurfen. Ihr kennt das sicher, beim Surfen kommt man gerne mal vom Hundertsten ins Tausendste :)

Wenn ich ehrlich bin, haben mich diese Themen schon immer fasziniert, aber ich habe mich noch nie so lange Zeit am Stück damit beschäftigt wie zurzeit. Eins ist mir jedenfalls klar: Ich möchte irgendwie dafür sorgen, dass meine Tochter ohne Schamgefühl für sich oder ihren Körper aufwächst. Dass sie lernt, stolz auf ihn zu sein, stolz eine Frau zu sein und dass sie ihre Vaginavulva (ich überlege noch, welche der vielen Bezeichnungen für die weiblichen Geschlechtsorgane mir am meisten zusagt. Ist es Yoni oder Punani oder etwas anderes exotisches?) niemals eklig findet. Ich nehme mir ganz fest vor, ihr ein Geschenk zu machen und sie zu beglückwünschen, sobald sie zum ersten Mal ihre Tage kriegt. Und ja, ich habe mir auch überlegt, dies beim ersten Samenerguss eines Jungen – falls ich denn mal einen bekomme – genauso zu machen!

Ich kann mir gut vorstellen, dass so mancher Mann, der dies hier liest (unter anderem auch meiner), jetzt die Augen rollt und sich fragt, was mit der denn jetzt los ist. Ja, und ich kanns verstehen. Aber ihr seid es ja auch nicht, die so ziemlich seit Anbeginn der Menschnheit in unseren Breitengraden unterdrückt wurden. Denen gesagt wurde, sie seien Schuld am Übel der Welt, sie dürfen sich nicht anfassen, das gehört sich nicht (okay, DAS wurde euch Männern wahrscheinlich auch gesagt… Leider.), und bei denen „Scham“ Bestandteil der Bezeichnung ihrer Körperteile sind.  Ich sage nicht, dass es allen Frauen so ging und geht (auch meine Erziehung war zum Glück nicht so verklemmt!), aber es gibt trotzdem noch sehr viel zu tun. In Gesprächen mit Freunden stelle ich immer wieder fest, dass es Gleichaltrige gibt (jetzt! im 21. Jahrhundert!), die doch wirklich ziemlich altmodische Ansichten haben. Und ich will, dass sich das ändert.

Hier ist also wieder ein Buch, dass ich empfehle: Das Vagina-Buch. Geschrieben von einer Holländerin, vor zwei Monaten erst erschienen, bei Amazon entdeckt (dort könnt ihr auch gut reinschnuppern). Es richtet sich vornehmlich an Frauen, ist aber für Männer natürlich ebenso interessant. Den Klappentext hinten kann man getrost überlesen, der wurde höchstwahrscheinlich vom Verlag so bestimmt und hat mich ziemlich geärgert. Es gibt auch noch ein Pendant dazu: Das Penis-Buch. Noch nicht in meinem Besitz, wird es aber noch werden, versprochen! Diese Bücher werden dann definitiv beide in ein paar Jahren den Weg zu meiner Tochter finden.

Ergänzung (am 12. Mai 2012 um 21:35 Uhr):

Außerdem darf sie jeden Beruf ausüben, den sie möchte und jedes Hobby haben, dass ihr passt. Ich werde ihr klarmachen, dass es, außer was die körperlichen angeht, keinerlei Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt (im Allgemeinen, natürlich ist jeder Mensch an sich schon unterschiedlich!), dass sie sich IMMER wehren darf und auch soll, sich nichts gefallen lassen muss. Sie soll hetero, lesbisch, bi, intersexuell oder sonstwas werden. Alles, was ihr guttut und wonach ihr ist. So!

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