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Ich weiß, wahrscheinlich hinterlasse ich bei meinen Freund(inn)en und Bekannt(inn)en zurzeit nicht immer den Eindruck als sei ich überglücklich, besonders ausgeschlafen, topfit und käme absolut problemlos mit der „Situation“ klar. Aber lasst euch eins gesagt sein, jede/r/s Eltern, der/die/das von sich behauptet, es wäre supereinfach und problemlos, neuerdings mit einem kleinen, jungen Menschenwesen mit eigenem Willen (zum Glück, denn wir wollten es ja so!) zusammen zu leben, LÜGT!

Ich habe gute und schlechte Tage, aber die guten überwiegen. Gute Tage sind trotzdem Tage, an denen ich abwechselnd todmüde oder hungrig bin, mir mindestens mal der Rücken wehtut und ich mich morgens aus dem Bett quäle, während links neben mir mich ein wunderhübscher zahnloser Mund anstrahlt, obwohl der genau wie ich nachts alle anderthalb Stunden wach war. Nur ist dieser Mund jedesmal schnell wiedereingeschlafen, während ich dann wieder ne halbe Ewigkeit wach gelegen und Gedanken gewälzt habe.

In unserer Wohnung sieht es noch schlimmer aus als „damals“, in der Vorher-Zeit. Aber was heißt schon schlimm, mein Gott… Was kümmert es mich, ob hier überall Zeug auf dem Boden rumfliegt, die Dreckwäscheberge monumentale Ausmaße annehmen nebst Klamotten, die seit drei Tagen trocken auf dem Wäscheständer hängen und darauf warten, zusammengelegt zu werden. Staubwischen und Fensterputzen, was ist das?? Ich bin ja froh, wenn ich bis 16 Uhr Mittag gegessen habe.

Das ist alles, alles so scheißegal. Am wichtigsten ist das Kind, danach kommt das Paar. Beides zu versorgen kostet viel Zeit und Energie. Wir leben nur einmal, soweit wir wissen und seit neuestem sind wir nicht mehr „nur“ (als ob das nicht schon anstrengend genug war) für uns alleine verantwortlich, sondern auch noch für das tollste, lustigste, schlauste, lauteste, dickste und trotzdem beweglichste und hübscheste Wesen des Universums.

Natürlich ist mir klar, dass wir bescheuert im Hirn sind :) aber das muss wohl so sein, denn anders würden wir die Energie wohl nicht aufbringen. Auch jetzt denk ich noch in regelmäßigen Abständen abwechselnd solche Sachen wie „Wie soll ich das nur alles schaffen??“, „das ist doch Irrsinn!“ und „wie überleben das nur die Eltern mit noch mehr davon??“.

Ich schwelge in Selbstmitleid, weil ich immer noch keinen Tropfen Alkohol trinken darf, Ewigkeiten schon nicht mehr im Kino war und die wenige kinderfreie Zeit meistens auf dem Sofa verbringe. (Allerdings muss ich sagen, dass ich jetzt öfter singe und tanze als früher, wenn’s auch nur im Wohnzimmer ist und nicht im großstädtischen Nachtleben.)

Aber zum Glück habe ich vor ein paar Jahren da so einen Kerl kennengelernt, der im Gegensatz zu mir meistens die Ruhe und Gelassenheit in Person ist. Und der erinnert mich in solchen Momenten immer daran, dass ich ja gar nicht alles alleine schaffen muss, sondern dass wir zusammen das schaffen werden. Außerdem ist er unermüdlich darin, mir jedes Mal auf’s Neue zu versichern, dass das schon alles irgendwie wird. Und schwupps bin ich wieder davon überzeugt, dass wir wohl die tollste Minifamilie der Welt sind! :)

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