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Ich vermute, einer der Gründe dafür, dass die Comedy-Serie „30 Rock“ bisher noch nicht im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wurde, ist, dass sie sich einfach nicht der gängigen Sitcom-Klischees bedient. Weder geht es um eine junge Clique, die ihr Leben in einer Großstadt bestreitet und auf der Suche nach der großen Liebe ist. Noch um eine amerikanische Vorstadtfamilie, in der sich die Eltern rollentypische Wortgefechte liefern und die Kinder ab und an einen neunmalklugen, hachsolustigen Satz loswerden dürfen. Auch die typischen moraltriefenden Enden vieler amerikanischer Sitcoms fehlt hier zum Glück. Versteht mich nicht falsch, es gibt auch die eine oder andere Serie, bei der ich lachen kann, aber oft hab ich auch was zu meckern :)

Hier geht es nun aber um Frauen und Männer unterschiedlichen Alters, die zusammen mit Chefautorin Liz Lemon (gespielt von Tina Fey, die auch die Serie entwickelte) die Comedy-Sendung „The Girlie Show“ auf NBC produzieren. Der Boss von Liz Lemon wird übrigens von Alec Baldwin genial gespielt, er wurde wohl auch schon mehrfach dafür ausgezeichnet (genauso wie Tina Fey und die Serie selbst). Außerdem erhält man immer wieder Einblick in die Privatleben unterschiedlicher Figuren. Und das alles mitanzusehen ist einfach nur superkomisch! Leider geht das bisher in Deutschland nur auf DVD (es sei denn, einem stehen alle internationalen Fernsehsender zur Verfügung und man hat kein Problem, den Originalton zu verstehen), was aber nicht so schlimm ist, denn sie sind extrem günstig.

Folgende Punkte machen die Serie meiner Meinung nach so gut:

  • die total albernen, überdrehten Figuren,
  • die oft slapstickartigen Gags,
  • die grandiosen Dialoge mit Sprüchen, bei denen man mehr als einmal denkt „das muss ich mir merken!“,
  • dass fast niemand aus der Besetzung aussieht wie ein Supermodel, sondern eben stinknormal (so wirkt alles trotz der Albernheit und Überdrehtheit doch nicht unrealistisch). Was aber auch nicht heißen soll, dass alle hässlich sind, falls sich das jetzt so anhört.
  • es werden keine Lacher eingespielt!!! (bah, ich find das so grässlich, zum Glück überhört mans bei den meisten Serien schon…)
  • und es gibt ein richtiges Setting, nicht nur drei sich wechselnde Kulissen.

Aus den letzten beiden Gründen wird die Serie von manchen auch mit „Scrubs“ verglichen. Achtung, die Syncronstimme einer der Figuren bei „30 Rock“ ist dieselbe wie von JD bei „Scrubs“, was anfangs irritierend ist, aber man gewöhnt sich schnell um.

Was ich einzig und allein schade finde, ist dass die Folgen sich so kurz anfühlen (sie laufen ca. 20 Minuten), so hat man die Staffel ruckzuck durch und lächzt nach mehr. Für Neueinsteiger in diese Serie ist noch anzumerken, dass man zwei-drei Folgen braucht, um warm zu werden, aber dann ist man eigentlich nur noch am lachen. Finde ich jedenfalls! Und ich lache nicht bei jedem Mist :) Aber gerne bei ausgeflippten, sinnlosen Sachen.

Ich finde, die Serie bringt extrem viel Spaß und gute Laune, ich bin froh, sie aufgrund positiver Rezensionen einfach mal gekauft zu haben!

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